Gemeinde St. Stefan im Gailtal

Gemeindechronik

Quellenverweis: Gemeindechronik "Von der Vergangenheit in die Gegenwart"

Autor: Franz Klampferer. Gemeindearchiv - Bildarchiv der Gemeinde Malta - mit freundlicher Unterstützung von Ing. Günter Pioch und Adolf Gollenz

1849
Erlass des „Reichsgemeindegesetzes“ – Dieses sieht die Bildung von politischen Gemeinden und Vewaltungsbezirken in Kärnten vor.

1849
wurde aus den drei Katastralgemeinden, Dornbach, Malta und Maltaberg, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts existierten, entstand die politische Gemeinde Malta.

1850
Am 05.10.1850 findet die erste Gemeinderatssitzung statt. Damaliger Bürgermeister: Anton Pucher, Wirt zu Fischertratten.

1855
Erstbesteigung der Hochalmspitze – Am 27.08.1855 erreicht Pfarrer Martin Krall mit seinen sechs Begleitern den Gipfel der Hochalmspitze

1881
Die Sektion Villach erbaut am Fuße des Hochalmgletschers in der Hochalm die „Villacher Hütte“

1889
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Malta

1899
Eröffnung der Osnabrückerhütte im Großelendtal

1900
Mit der Errichtung des Alpenvereinssteges Gmünderhütte – Kölnbreinsteg wird begonnen.

1901
Die Fahrpost mit Pferden wird ins Leben gerufen. Diese verkehrt in den Wintermonaten nur bis Malta.

1902
Gründung der Raiffeisenkasse Malta. Peter Rossegger besucht das Maltatal und beschreibt den Fallbach als ein besonderes Naturwunder.

1903
Der Alpenverein Gmünd kauft von der Malteiner Jagdgesellschaft das Jagdhaus Schönau und gründet die Gmünder Hütte (offizielle Eröffnung: 17.08.1905)

1905
Bau der Liesertalstraße zwischen Lieserbrücke und Trebesing.

1913
Eröffnung der Gießener Hütte im Gößgraben.

1917
Die Folgen des Ersten Weltkrieges gehen auch an Malta nicht spurlos vorüber. Immer häufiger treffen Nachrichten über den Heldentod Gemeindeangehöriger von den Fronten der Heimat ein.

1918
Das Ende des Ersten Weltkrieges wird als Erleichterung empfunden, jedoch für 63 eingerückte Soldaten gibt es kein Wiedersehen mit der Heimat. Lehrer Ferdinand Schmid tritt mit 01.12. sein Lehramt in Malta an.


1921
Errichtung eines Kriegerdenkmales für die Gefallenen des Krieges. Im Sommer wird die Pferdepostlinie Spittal-Gmünd-Pflüglhof eröffnet.

1927
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Dornbach.

1928
Gründung der Trachtenkapelle Malta. Gastwirt Karl Stützl jun. ist der erste Autobesitzer des Maltatales. Eröffnung der Kattowitzer Hütte im Sommer durch die Sektion Kattowitz.

1929
Das erste Verkehrsflugzeug überfliegt das Maltatal.

1931
Die Herrschaftsära Kronegg geht nach Jahrhunderten zu Ende. Die Besitzungen des Schlosses Kronegg sowie die angrenzenden Gründstücke (Kroneggfeld) werden an Filipp Truskaller, Kramerwirt in Malta, verkauft. Am 16. August wird die neu erbaute Osnabrückerhütte nach ihrer Zerstörung im Jahre 1929 wieder offiziell eröffnet.

1932
Die Herrschaft „Graf Lodron“ geht nach 300-jährigem Bestehen zu Ende.

1932
In der Nacht vom 6. zum 7. Jänner löst vermutlich ein leichtes Erdbeben eine geometrische Veränderung an einem unserer königlichen und stolzen „Dreitausender“ aus. Die Spitze des Ankogels stürzt in dieser Nacht in die Radeckalm des Anlauftales in Salzburg ab. Der Winter selbst ist schneearm aber kalt, sodass nach Meinungen von Experten auch der Frost an diesem Bergsturz mitbeteiligt gewesen sein dürfte.

1933
Deutschland verhängt eine Grenzübertrittsgebühr für Touristen, die nach Österreich reisen. Dies trifft Malta als Tourismusgemeinde schwer.

1934
Für die Kinder in Koschach und Brandstatt wird eine Winterklasse im Gasthaus Faller eingerichtet, um ihnen im Winter den langen Schulweg zu ersparen.

1935
Die Volksschulaußenklasse in Brandstatt wird zu einer ganzjährigen Volksschule.
Überflutungskatastrophe – die Malta tritt nach heftigen Niederschlägen aus dem Bachbett.
Hilfsaktionen von den Nachbargemeinden, dem Alpenverein und anderen Organisationen setzen ein.

1936
Auf Grund der Hochwasserschäden im Jahr 1935 wird mit Regulierungsarbeiten am Maltafluss begonnen. Dafür werden die Bauern zu Robotarbeiten in Form von Bruchsteinlieferungen herangezogen.

1937
Auf Grund der zu leistenden Kostenbeiträge für die Verbauungsarbeiten am Maltafluss verschärft sich die wirtschaftliche Situation der bereits verschuldeten Bauernschaft, Haus- und Grundbesitzer. Pfarrer Pingler schreibt in seiner Chronik: „Die Armut im Tale ist grenzenlos. Die Gesamtschulden der Bauernschaft werden auf ca. 800.000 Schilling geschätzt (das sind vergleichsweise 100 Millionen Schilling im Jahre 1980)

Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 im Maltatal
Im Gemeindearchiv liegen nur mangelhafte Unterlagen auf. Nach dem Kriegsende wird einer Aufbewahrung oder Archivierung derartiger Unterlagen wenig Bedeutung beigemessen. Einiges lässt sich in der Gemeindechronik nachlesen…

1946
Im Herbst kehrt Oberlehrer Ferdinand Schmid aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Er darf seinen Dienst als Lehrer an der Volksschule Malta zunächst auf Grund des Verbotsgesetzes nicht aufnehmen. Ferdinand Schmid widmet sich jedoch sofort dem kulturellen Geschehen in der Gemeinde, übernimmt den Kirchenchor und ruft auch den ersten Gemischten Chor ins Leben.

1947
Oberlehrer Ferdinand Schmid bildet aus 12 Männern eine Sängerrunde – den späteren Männergesangsverein Malta.

1948
In der Holzindustrie macht sich ein Konjunkturaufschwung bemerkbar – für die Beseitigung der Kriegsschäden ist Holz als heimischer Rohstoff besonders gefragt. Mit 01. Dezember wird Ferdinand Schmid in den Schuldienst aufgenommen und zum Schulleiter der Volksschule Malta. Die Dorfgemeinschaft Malta wird gegründet. Sie besteht aus: Musikkapelle, Männergesangsverein, Theatergruppe, Sportgruppe und gemischtem Chor. Zum Obmann wird Ferdinand Schmid gewählt.

1949
Die Außenschule Brandstatt wird zu einem eigenen Schulsprengel erklärt und übersiedelt in die neuen fertig gestellten Schulräume.

 


1951
Bei den Neuwahlen wird Hans Koch zum Bürgermeister gewählt. Malta erhält die erste Alarmsirene – diese wird am Schulhaus montiert. Nach dem Volkszählungsergebnis zählt die Gemeinde 1421 Einwohner.

1952
Tragisches Unglück vor dem Schleierfall: Obwohl strikt untersagt, lassen sich die Holzarbeiter Andreas Pleschgatternig, Josef Aschbacher und Josef Strasser von der Bergstation mit der beladenen Holzseilbahn zu Tale transportieren. Der Mechanismus versagt und die Arbeiter Andras Pleschgattering und Josef Aschbacher verunglücken tödlich. Josef Strasser ist schwer verletzt.

1953
Herrn Oberlehrer Ferdinand Schmid wird die Ehrenbürgerschaft verliehen. 

1954
Die Gemeinde übersiedelt von der Volksschule in das neue Amtsgebäude. Gleichzeitig beziehen auch die Landwirtschaftliche Genossenschaft und die Post ihre Räumlichkeiten. Die Schulleitung richtet in den freigewordenen Amtsräumen eine Schulküche ein.

1955
Am 03.03.1955 verstirbt Ehrenbürger Ferdinand Schmid.

1956
Im Frühjahr werden im Raume Koschach-Brandstatt-Pflüglhof drei Granitsteinbrüche in Betrieb genommen. Hoher Besuch am Pflüglhof: Prinz Kamil Hassan aus Ägypten mit Gattin Charlotte von Mecklenburg sowie Herzog Georg von Mecklenburg mit Gattin.

1958
Als Vorbereitung für den Kraftwerksbau werden die ersten Bohrproben durchgeführt.

1959
Gemeinsam mit der KELAG wird im Herbst im Bereiche Landesstraße – Kramer das erste Straßenbeleuchtungskabel verlegt.

1961
Laut Volkszählung hat die Gemeinde Malta 1604 Einwohner.

1963
Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses und der vier Wohnungen (Malta 47). Die Gemeinde beginnt mit dem Abtragen der Burgruine Kronegg. An dieser Stelle soll das heutige Volksschulgebäude errichtet werden.

1966
Der Empfang des 1. und 2. Fernsehprogrammes wird möglich (mit Ausnahme der Ortschaften Koschach, Brandstatt, Schlatzingerau). Der Sender Goldeck hat bisher nur den oberen Maltaberg mit dieser Informationsmöglichkeit versorgt.

1967
Die Ortschaften Ober- und Untermalta werden zur neuen Ortschaft Malta zusammengelegt.

1968
Die Olympischen Winterspiele 1968 in Grenoble bringen auch das Maltatal in die Medien: Baldur Preiml erobert im Spezialsprunglauf die Bronzemedaille. Die Gemeinde und der Sportverein organisieren einen Empfang im Gasthof Fischerwirt.

1969
Die heutige Volksschule Malta wird festlich eröffnet.


1971
Der Aufsichtsrat der österreichischen Draukraftwerke beschließt den Bau des Maltakraftwerks. Dieser Beschluss bringt für das Maltatal wirtschaftliche Vorteile und Schutz vor weiteren Überschwemmungskatastrophen (auf die Unwetterkatastrophen im Maltatal wird in der Gemeindechronik ausführlich eingegangen), jedoch viele unserer romantischen Wasserfälle im Hinteren Maltatal fallen den Baumaßnahmen zum Opfer. Bei der Volkszählung weist Malta eine Einwohnerzahl von 1.850 auf.

1975
Durch einen Lawinenabgang wird die Gießener Hütte im Gößgraben völlig zerstört.

1977
Wiedereröffnung der Gießener Hütte. Fertigstellung der Kölnbreinsperre.

1978
Freigabe der Maltatal Hochalmstraße als mautpflichtige Ausflugsstraße.

1978/83
Errichtung der Kanalisationsanlage Maltatal.

1987
1/3 des Gemeindegebietes wird in den Nationalpark Hohe Tauern eingebunden.

1989/92
Kölnbreinsperre: Sanierungsmaßnahmen werden erfolgreich vorgenommen. Seither ist ein Vollstau möglich.

1989
Das Maltatal wird als Standort für die Errichtung eines Atommüllendlagers in Erwägung gezogen.

1991
Todesjahr von Altbürgermeister Hans Koch (08.01.1922 – 04.04.1991). Hans Koch hat in seiner 41-jährigen Amtszeit die Entwicklung des Maltatals stark geprägt. 400 Gemeindebürger pilgern nach Wien, um vor dem Regierungsgebäude gegen die Errichtung eines Atommüllendlagers zu demonstrieren.

1991/92
Große Erleichterung in der Bevölkerung: In einem Schreiben der Republik Österreich wird der Standort Malta für die Errichtung eines Atommüllendlagers außer Diskussion gestellt.

1992
Feierliche Eröffnung der Hans-Koch-Schule (Volksschule) in Fischertratten.

1993
Die Gemeinde Malta ist Veranstaltungsort für ein internationales Bildhauersymposium. Einige der angefertigten Kunstwerke aus Tauerngranit verschönern nach wie vor das Ortsbild der Gemeinde Malta.

1994
Malta feiert großes Jubiläum: 1000 Jahre Malta (erstmalige urkundliche Erwähnung 993/994)

1997
„Willkommen Österreich“ mit Fernsehmoderator Peter Rapp „gastiert“ im Maltatal.

1998
Flugzeugabsturz im Bereich der Kölnbreinsperre (Brunnkaar). Alle drei Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

2000
Umbau des Gemeindeamtes.

2002/04
Renovierungsarbeiten an den Kirchen in Fischertratten und Malta – bei diesen Arbeiten werden Fresken – unter anderem unsere bekannte „Micky Maus“ freigelegt.

2005
Das Postamt Malta wird geschlossen. Das Kaufhaus Danler-Swatt wird zur Postservicestelle.

2006/07
die Landesausstellung wasser.reich findet im Lieser- und Maltatal statt.

2007
Brand des Gemeindeamtes.

2008
Bauarbeiten Gemeindeamt 

2009
Fertigstellung und Einzug Gemeindeamt
Neuanschaffung Löschwagen FF-Malta  

2010
80. Bestandsjubiläum der Kattowitzer Hütte
Das Dorfservice steht als sozialer Dienstleister der Gemeinde zur Verfügung

2011
13 Häuser entstehen im Baulandmodell Fischertratten
Zusammenlegung der Volksschule Fischertratten und Malta

2011/2012
Erweiterung der Ortskanalisation Malta BA 06 auf den Maltaberg
Bau des Radweges R9 Fischertratten bis Malta/Gries

2012
Eröffnung KiZe Fischertratten
Beginn: Hochwasserschutzprojekt - Verbauungsmaßnahmen am "Blasbach" wurden durchgeführt

2014
Lawinenabgang "Mirzlahn" im hinteren Maltatal am 19. Feber 2014

2014/2015
Bau Radweg R9 Malta/Gries bis Stockbodenbachbrücke

2015
Umbau der Volksschule Malta
Juli 2015 - Starke Unwetter
Wildbachverbauungen

2017
Generalsanierung Festsaal Malta