Die „Kapelle Brandstatt“

IHS

O Wandrer geh nicht so schnell vorbei
Da hier auch eine geweihte Kapelle sei.
Grüß den Heiland doch mit kurzem Wort,
Dann geh mit Gottes Segen weiter fort.


Dieses Gotteshaus wurde im Jahre 1932 im Auftrag von Frau Anna Klampferer, an der Stelle, wo einst ihr Elternhaus stand, errichtet.

Kapelle Brandstatt

Der damalige Eigentümer der Liegenschaft vlg. Egarter (Sonnblick), Herr Anton Pucher, hat dafür das kleine Areal unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Anna Klampferer (* 14.06.1878 † 21.09.1950) investierte ihr jahrelang mühsam erspartes Geld aus tiefster religiöser Überzeugung in den Bau dieser Kapelle. Ihre letztwillige Verfügung, wonach die Kapelle in das Eigentum der katholischen Kirche Malta übergehen sollte, wurde nie rechtskräftig.

Am 20. Jänner 1935 wurde die Kapelle feierlich eingeweiht. Im Herbst des Jahres 1941 trafen im Maltatal die ersten russischen Kriegsgefangenen ein. Sie wurden im Arbeitslager „Brandstatt“ und im Steinbruch-Koschach, der Material für den Bau der Reichsautobahn lieferte, zur Zwangsarbeit eingesetzt. 21 von ihnen sahen ihre Heimat nicht wieder. Sie verloren bei uns ihr Leben und fanden bei der „Kapelle-Brandstatt“ ihre letzte Ruhestätte.

Über dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte gibt es keine Aufzeichnungen und auch keine Zeitzeugen. Trotz intensiver Bemühungen ist es nicht gelungen die Namen, Sterbedaten und Todesursachen dieser bedauernswerten Menschen ausfindig zu machen. Alle Nachforschungen, denen man im In- und Ausland nachging, stießen auf eine Mauer des Schweigens!


Kapelle Brandstatt


Anfang der 50-er Jahre ließ die „Alliierte Kommission“ zu Ehren dieser Kriegsopfer einen Gedenkstein aufstellen. Unter dem roten Sowjetstern sind folgende Worte eingemeiselt:

„HIER RUHEN 21 SOLDATEN DER SOWJETARMEE 
DIE WÄHREND DER ZEIT DES VATERLÄNDISCHEN
KRIEGES 1941-1945 VERSTORBEN SIND."


Mitte der 60-er erwarb Dr. Georg Zundel dieses Areal und 1967 ließ er die Kapelle auf seine Kosten vollständig restaurieren!

Ab 1978 wurden keine Gottesdienste mehr abgehalten, die Kapelle begann ein Schattendasein zu führen.

Zu Beginn der 90-er Jahre setzte der damalige Obmann des „Nationalpark Fördervereins“, Herr Vzbgm. Herbert Hofer, die ersten Schritte zu einer neuerlichen Instandsetzung der gesamten Anlage. Diese Realisierung scheiterte jedoch an den hohen Kosten.

Im Jahre 1997 bildete sich im Hinterland eine private Initiative, die von Herrn Gemeinderat Horst Mitterschaider ins Leben gerufen wurde. Mit großem Elan begann man mit der Renovierung der Kapelle und des Friedhofes.

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